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Was bedeutet "eingeschränkte Alltagskompetenz"?

 

In einer dem jeweiligen Alter entsprechenden Entwicklung vom Säugling zum Erwachsenen erwirbt ein Mensch Alltagskompetenzen, die es ihm ermöglichen, als Erwachsener eigenständig und eigenverantwortlich ohne fremde Hilfe sein Leben zu meistern.
Bereits in der Entwicklungszeit vom Kind zum Erwachsenen werden entsprechend der jeweiligen Entwicklungsstufe auch von Kindern schon in einem gewissen Umfang, dem jeweiligen Alter entsprechend, gewisse Alltagskompetenzen vorausgesetzt.
Kindern und Jugendlichen, denen es aufgrund angeborener oder erworbener Erkrankungen geistiger, körperlicher oder psychischer Art nicht möglich ist, diese Alltagskompetenzen durch die elterlich-erzieherische Begleitung und allgemeine Lernprozesse durch Kindergarten- und Schulaufenthalte auf Dauer zu erlernen, bleiben langfristig in ihrer Alltagskompetenz einge-schränkt.
Ein anderer Fall ist, dass Kinder oder Erwachsene ihre bereits erworbene Alltagskompetenz aufgrund von Unfall oder schwerer Erkrankung wieder verlieren. Typisch dafür ist das Krankheitsbild Demenz, auf das - wie oben angemerkt - viele das Pflegeleistungsergänzungsgesetz beschränkt sehen. Die Symptome treten aber in gleicher oder sehr ähnlicher Form auch bei Menschen mit anderen Erkrankungen auf, vor allem eben auch bei Menschen im oder nach Wachkoma auf. Viele von ihnen sind somit dauerhaft und umfassend auf die Hilfe und Unterstützung durch Betreuungspersonen angewiesen. Dieser Personenkreis, Erwachsene, aber auch schon Kinder, können somit zu den Anspruchsberechtigten dieser Leistungen der Pflegeversicherung zählen!
Unabhängig vom Alter des Betroffenen bedeutet eine dauerhafte, erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenzen für die pflegenden und betreuenden Angehörigen eine nicht unerhebliche physische wie auch psychische Belastung. Um diesen Menschen jeden Alters begleitende Hilfen anbieten zu können, wurden die Leistungen für niedrig-schwellige Betreuungsangebote von vormals 470,- € im Jahr auf nunmehr 1200,- bis 2400,- € im Jahr angehoben.

 

Welche Leistungen werden finanziert?

 

Dieses Geld wird ausschließlich bereitgestellt, um Betroffenen gegebenenfalls neben Pflege, Therapie und Eingliederungsmaßnahmen Betreuungsleistungen zukommen zu lassen und unter anderem bei der Pflege durch Angehörige diesen zu ermöglichen, sich stunden- oder tageweise eine "Aus-Zeit" zu nehmen.
Einige Beispiele aus dem Leistungsspektrum, die als Einzel- oder Gruppenbetreuungsleistungen angeboten werden können:
Stundenweise Beaufsichtigung und Beschäftigung im Hause, damit die betreuenden Ange-hörigen auch einmal allein etwas unternehmen können
Bereitstellung einer Begleitperson, wenn Angehörige auf Grund schwerer Erkrankung oder Behinderung des zu Betreuenden einer helfenden Begleitung bedürfen

  1. Vorlese-, Bastel-, Spiel-, Hörspiel- und Filmnachmittage, Spaziergänge
  2. Begleitung ins Kino, in den Tierpark, zum Stadtbummel usw.
  3. Individuelle Patienten bezogene Beratung und Schulung pflegender Angehöriger zur Sinn bringenden Freizeitgestaltung

Diese Auflistung ist mitnichten vollständig oder abschließend. Der Fantasie für die Ausgestaltung von Betreuungsangeboten und einer sinnvollen Freizeitgestaltung sind keine Grenzen gesetzt.
Bei der Ausgestaltung der Leistungen ist allerdings sorgfältig darauf zu achten, dass dieses Geld nur zweckgebunden für Betreuung verwendet werden darf. Es darf auf keinen Fall verwendet werden

  • für die Erbringung pflegerischer Leistungen bei Pflegebedürftigen
  • als Ersatz für ärztlich verordnete Therapien (Ergotherapie, Logopädie oder Physiotherapie)
  • für hauswirtschaftliche Leistungen
  • es darf auch nicht in Konkurrenz zu bewilligten Maßnahmen der Eingliederung treten

 

Wer darf / kann diese Leistungen erbringen?

 

Die Leistungen werden durch ambulante Pflegedienste erbracht, die für die Erbringung ein Betreuungskonzept bei den Pflegekassen eingereicht haben.
Hinweis: Es entsteht in keiner Weise für den zu Betreuenden oder seine Angehörigen durch die Inanspruchnahme dieses Betreuungsangebotes eine Verpflichtung, bei dem Pflegedienst, der diese Betreuungsangebote anbietet, weiterführend pflegerische Leistungen in Anspruch zu nehmen!
Personell erfolgt der Leistungserbringung durch Mitarbeiter von für diese Leistungserbringung zugelassenen Pflegediensten wie z.B.

  • Krankenschwestern
  • Pflegehelfer

Nach Schulung und unter fachlicher Begleitung durch die Fachkräfte des Pflegedienstes können ehrenamtliche Helfer an Betreuungsaufgaben herangeführt werden. Die Bereitschaft zum Ehrenamt soll somit gestärkt werden.

 

Wie werden diese Leistungen abgerechnet?

 

Je nach Qualifikation der eingesetzten Betreuungsperson werden die zu erbringenden Leistungen nach einem festen Stundensatz mit den Angehörigen oder gesetzlichen Betreuern direkt abgerechnet. Gegen Vorlage der Quittung wird dieses Geld durch die Pflegeversicherung bis zum bewilligten Höchstbetrag zurückerstattet.
Damit niemand finanziell in Vorleistung treten muss, gibt es alternativ auch die Möglichkeit, dass der Pflegedienst durch den zu betreuenden oder seinen gesetzlichen Vertreter eine Abtretungserklärung erhält und dann anhand eines Leistungsnachweises die erbrachte Leistung direkt mit der Pflegekasse abrechnet.